Kondenswasser an der Innenseite des Uhrglases

Ist es Ihnen auch bereits einmal passiert, dass sich an der Innenseite des Uhrglases Ihres geliebten Zeitmessers Kondenswasser gezeigt hat? Dies kann ein Anzeichen dafür sein, dass Ihre Armbanduhr nicht mehr Wasserdicht ist. Deshalb an dieser Stelle ein Exkurs zur Wasserdichtigkeit von Uhren.

Wasserdichtigkeit von Uhren – Grundlagen, Normen, Maßnahmen

Grundlagen

Dass es praktisch unmöglich ist, eine Armbanduhr vollkommen wasserdicht zu gestalten, sollte jedem einleuchten, nicht zuletzt aufgrund der nur begrenzten Gehäuseausmaße. Trotzdem lässt sich sagen, dass es sehr gute Kompromisse zwischen Größe und Dichtigkeit gibt, die vor allem auf dem Prinzip von Dichtungen basieren – in Form von Gummi- bzw. Plastikringen, massiven verschraubten Kronen mit Flankenschutz, gewölbten druckresistenten Uhrengläsern usw. Ein Teil dieser Maßnahmen hat allerdings den Nachteil, dass Verschleißteile zum Einsatz kommen, die mit der Zeit schlicht ihre Wirksamkeit verlieren, womit der Zeitmesser zwangsläufig „Leckstellen“ bekommen und somit undichter werden kann. Soll heißen: selbst wenn es sich bei Ihrem Modell um eine hochwertige Taucheruhr mit einer Wasserresistenz von 200m und mehr handeln sollte, empfiehlt es sich regelmäßige Prüfungen durch einen Uhrmacher zu veranlassen, damit keine bösen Überraschungen auftreten.

Besagte Dichtungsmaßnahmen können desweiteren auch dann nicht richtig wirken, wenn das Uhrenmodell sehr klein, quadratisch/ rechteckig, oder zierlich ist. Ein Gummiring lässt sich nicht ordentlich in eine Ecke einsetzen und ist vollkommen nutzlos, wenn die Krone zierlich ist oder keinen Schutz aufweist und bei einer unvorsichtigen Bewegung abbricht oder verbiegt. Das heißt, wer eine dichte Uhr haben möchte sollte erstens darauf achten, dass diese weder besonders zierlich ist, noch ein eckiges Gehäuse aufweist. Zweitens sollte geachtet werden, dass die Armbanduhr keine Stöße in jeglicher Form abbekommt.

Normen

Wie für so vieles im Leben, gibt es auch für die Wasserdichtigkeit von Uhren eine DIN-Norm, die DIN 8310, welche unter anderem besagt:
„Uhren, die als „wasserdicht“ bezeichnet werden, müssen widerstandsfähig gegen Schweiss, Wassertropfen, Regen usw. und gegen Eintauchen in Wasser über 30 min und bei einer Wassertiefe von 1 m sein“.
Eine weitere Norm ist, dass bei einer als wasserdicht bezeichneten Uhr seitens des Herstellers zwingend die Beigabe einer Gebrauchsanweisung erforderlich ist.
Allerdings ist wasserdicht nicht gleich wasserdicht, denn es gibt unterschiedliche Grade der Dichtigkeit. Deshalb hier mal die wohl allseits bekannte Tabelle:

Herstellerangabe Bezeichnung Spritzwasser Waschen Wassersport Tauchen
ohne Angabe nicht wasserdicht
3 atm water resistant X
5 atm water resistant 50m X X
10 atm water resistant 100m X X X
> 20 atm water resistant 200m X X X X

Vorsorgliche Maßnahmen zum Erhalten der Dichtigkeit

  • Achten Sie bitte darauf, dass Krone und Drücker sauber eingerastet bzw. verschraubt sind und betätigen Sie diese niemals unter Wasser!
  • Lassen Sie ihre Uhr regelmäßig (mind. einmal jährlich) auf Dichtigkeit überprüfen.
  • Vermeiden Sie jegliche Art von Schmutz (zum Beispiel Fett oder Staub), denn dieser kann die Dichtigkeit Ihrer Uhr negativ beeinflussen.
  • Salzwasser ist sehr schlecht für Ihre Uhr, weshalb Sie Ihren Zeitmesser nach dem Schwimmen oder Tauchen im Meer gründlich mit Süßwasser abspülen sollten.

Kondenswasser

Das Kondenswasser an der Innenseite des Uhrglases bildet sich hauptsächlich dann, wenn Ihre Armbanduhr in irgendeiner Weise undicht ist. Bei einem Freund von mir was das der Fall, weil er beim Auswechseln der Batterie nicht darauf geachtet hat, das Gehäuse wieder fest zu verschließen. Allerdings kann auch schon ein leichter Stoß gegen die Uhr das Eindringen von Wasser/ feuchter Luft ermöglichen, zum Beispiel bei einem Stoß gegen einen Drücker oder beim Verbiegen der Krone.

Das Kondenswasser an sich entsteht häufig durch die (natürliche) Luftfeuchte, die sich dann an der Innenseite der Uhr niederschlagen kann, falls ein Eindringen ermöglicht wurde. Das Kondenswasser ist ein relativ sicheres Zeichen für die nicht mehr gewährleistete Dichte der Uhr, weshalb sie schon beim ersten Auftreten dieses Phänomens zum Uhrmacher gebracht werden sollte. Falls Sie jedoch zunächst einmal selber Hand anlegen möchten, sollten Sie die folgenden Schritte durchführen:

  1. Öffnen Sie die Uhr und lassen Sie sie an einem trockenen Platz trocknen. Achten Sie dabei darauf, dass  der Platz nicht nur trocken, sondern auch möglichst staubfrei ist und durchschnittliche (!) Temperaturen (ca. 18- 21°C) vorherrschen und die Luftfeuchtigkeit nicht allzu hoch ist.
  2. Wenn die Uhr vollständig trocken ist (dauert mindestens 2 Tage!), suchen Sie am Besten nach der Ursache des Problems, ob also etwaige Schäden zu sehen sind. Wenn Sie die Ursache gefunden haben, beheben Sie sie nach Möglichkeit – ansonsten ist der Gang zum Uhrmacher wohl unerlässlich.
  3. Setzen Sie den Zeitmesser wieder zusammen und überprüfen Sie die Funktionalität. Ist diese wieder gegeben, achten Sie auf das richtige und sichere Verschließen des Bodens.
  4. Nun sollten Sie die Dichtigkeit Ihrer Uhr beim Uhrmacher überprüfen lassen, um die Prozedur in Zukunft zu vermeiden.

3 Kommentare

  1. Edwin Niederbracht sagte:

    Lieber gleich zum Uhrmacher!
    Kondenswasser bildet sich gerade bei wasserdichten Uhren!

    Freitag, 06UTCFri, 06 Sep 2013 08:16:22 +0000 6. September 2013
    Antworten
  2. Not applicable sagte:

    Ich kann ja verstehen, dass Uhrmacher gerne Kunden haben und der Uhrmanchermeister Kriescher seinen Blogeintrag gleich mehrfach auf diversen Seiten anpreist. Was oftmals schon hilft bei Feuchtigkeit inder Uhr, e.g. bei einer Uhr mit verschraubter Krone: Krone aufschrauben, Uhr auf den Heizkörper bei moderater Wärme und 1-2 Tage abwarten. Krone verschrauben. Alles wieder gut.

    Dienstag, 18UTCTue, 18 Oct 2016 09:44:26 +0000 18. Oktober 2016
    Antworten

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